Jedermanns Garten

   
   
   
Prinzipien   Wege   Gartenpraxis
  Wege sind im barrierefreien Garten weit mehr als unbepflanzte Untergründe, um von A nach B zu kommen. Sie gehören zu den sicheren Standflächen. Sie unterteilen den Garten sinnvoll. Sie geben Orientierung. Wege führen den Gärtner und auch den Besucher. Arbeitswege legen Sie besser in Richtung und Neigung gerade und breit an. Das Arbeitsgerät direkt neben sich spart Kraft. Geradewegs mit einer Schubkarre zum Kompost zuzufahren auch. Wege zu gemütlichen Plätzchen können selbstverständlich verschlungen sein, kleine Steigungen und Gefälle haben.  
         
Wege   Besonderheit Wege in Gärten für Demenzerkrankte   Helfer
  Wege in Gärten, die speziell für Demenzerkrankte angelegt werden, sind Rundwege und führen folglich wieder zum Ausgangspunkt zurück. Sie sind unterbrochen von seitlich angelegten Nischen, die verschiedene Reize setzen können. Etwas Besonderes zum Anschauen, zum Beispiel Vogelhäuser, Nistkästen oder Figuren und Kugeln, bekannte und geliebte Düfte durch eine passende Bepflanzung zum Riechen, ein höher gelegenes Beet, das zum Tasten oder Naschen verführt, oder einfach ein lauschiges Plätzchen zum Verweilen. Lesen Sie auch die Literaturhinweise  
         
Beete   Wat den een sien Uhl, is den annern sien Nachtigall   Gute Beispiele
  Im ganzen Garten, spätestens bei den Wegen speziell, kommt die Aussage eingangs Den barrierefreien Garten gibt es nicht. Gärten sind individuell! zum Tragen. Was dem Rollstuhlfahrer ein Graus, ist allen anderen ein Erlebnis: unterschiedliche Untergründe, wohl möglich bepflanzt. Wie beim Strandbild unter Beete - mit allen Sinnen beschrieben, gehören Wegebefestigungen zu Landschaften, Lebensräumen oder auch Entfernungen. Bewusst eingesetzt, lassen sich Gartenbereiche so mit der Nase oder den Füßen auffinden, trennen und sogar vorrangigen Tätigkeiten zuordnen. Zum Beispiel: Rindenmulch – sie befinden sich im Eingangsbereich. Kies führt Sie zu den Rosen. Holz – hier lädt die Terrasse zum Ausruhen ein. Auf Rasen darf gespielt werden. Und selbst ohne Rollstuhlfahrer zum Verzweifeln zu bringen, markiert duftender Thymian zwischen sehr schmalen Fugen der Gehwegplatten Ihren Standort.  
         
Pflanzen   Breite   Sonst noch
  Aus der DIN 18040 kennen wir bewährte Maße für Wege, die auch für einen barrierefreien Garten geeignet sind:

Für Wege, die nur in einer Richtung benutzt werden: 1,20 m und mehr.

Für Wege, auf denen die Richtung gewechselt wird: 1,50 m und mehr.

Für Wege, auf denen sich Rollstuhlfahrer begegnen: 1,50 m und mehr sowie nach etwa 15 m eine Begegnungsfläche von 1,80 m und mehr.

 
         
    Neigung und Gefälle    
    Prinzipiell sind gewöhnlich Steigungen beziehungsweise Gefälle von bis zu 6% erlaubt. Im Garten sind Wege, die gleichzeitig Standflächen zur Bearbeitung von Beeten sein sollen, möglichst eben zu halten. Für übrige Wege sollten 4 % Steigung nicht überschritten werden. Eine Querneigung ist grundsätzlich zu vermeiden. Ganz besonders wichtig ist diese Trennung von Arbeits- und Zielwegen, wenn Gärten in Hanglagen barrierearm gestaltet werden sollen.    
         
    Oberflächenmaterialien    
    Wege sollen eben, rutschfest und gut befahrbar sein. Gärtner versiegeln zu Recht ungern Flächen. Ein Kompromiss zu Gehwegplatten können Wege mit Sickerpflaster oder sogenannte Paddockplatten sein. Deren Waben von etwa 4 cm Durchmesser lassen sich nach Bedarf befüllen.